Meine Meinung über…heute mit Andrew Joudrey

17. September 2014

Das Debüt von Andrew Joudrey hätte besser nicht verlaufen können. Der 30-jährige Kanadier erzielte am zurückliegenden Wochenende gegen den ERC Ingolstadt sein erstes DEL-Tor für die Adler und verhalf seiner Mannschaft zu einem 5:2-Sieg. Wir haben uns mit dem Neuzugang nach dem Training getroffen und ihn zu seiner Meinung befragt.


Andrew Joudrey über…

…seine neue Heimat und die Eishockeystadt Mannheim.

Ich fühle mich in Mannheim wirklich sehr wohl. Die Unterstützung der Fans ist beeindruckend, da sie mit soviel Herzblut und Leidenschaft hinter ihrer Mannschaft stehen. Zudem wurden meine Frau und ich von Anfang an sehr herzlich aufgenommen und wir haben viel mit meinen Mannschaftskollegen und deren Familien unternommen. Das hat die Umstellung natürlich deutlich leichter gemacht und es ist toll, täglich mit den Jungs zu arbeiten, da wir wirklich ein tolles Team haben.

… das Vertrauen der Mannschaft, die ihn zum Assistenten gewählt hat.

Das ist für mich eine besondere Ehre und mir bedeutet diese Wertschätzung wirklich viel. Ich habe großen Respekt vor der Mannheimer Eishockeytradition und nehme mein Amt sehr ernst. Ich werde alles geben, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.

… die Teilnahme an der Champions Hockey League.

Natürlich hätten wir bessere Ergebnisse erzielen können, aber wir haben auch viel aus diesen Spielen gelernt. Der Vergleich mit europäischen Spitzenteams war eine tolle Herausforderung und wichtige Erfahrung für uns als Mannschaft sowie für jeden einzelnen Spieler. Wir freuen uns schon auf die nächsten beiden Spiele gegen Sparta Prag.

… die ersten beiden Spieltage der Adler.

Bei der Begegnung gegen Ingolstadt waren wir deutlich konzentrierter und haben den Fokus nicht verloren. In Krefeld waren wir hingegen nicht wirklich bei der Sache und haben uns einige Fehler geleistet, die uns letztendlich das Spiel gekostet haben. Doch daran haben wir in den letzten Tagen hart gearbeitet. Natürlich ist es für jeden Spieler frustrierend zu verlieren, aber man nimmt aus Niederlagen auch immer sehr viel Positives mit. Wir haben gezeigt bekommen, wo wir uns noch verbessern müssen. Die Mannschaft hat sehr viel Potenzial, aber wir müssen es auch von Spiel zu Spiel aufs Eis bringen.

… das neue, offensiv ausgerichtete System von Cheftrainer Geoff Ward.

Ich bin sehr überzeugt von Geoffs System. Es ermöglicht ein sehr aggressives und offensives Spiel und erlaubt uns, schnell zu spielen. Ich selbst habe in den vergangenen Jahren ein ähnliches System gespielt. Wenn alle fünf Spieler auf dem Eis das System nahezu fehlerfrei umsetzen, dann kann es für den Gegner sehr frustrierend und für uns sehr effektiv werden.

… die Auswirkungen der neuen Regeln auf das Spiel

Durch die neuen Regeln ist das Spiel deutlich schneller geworden und es spielt sich alles in der Angriffs- und Defensivzone ab. Dadurch wird die Defensivarbeit schwieriger als zuvor, da es dort mehr Platz gibt. Am Anfang der Saison fallen meistens mehr Tore, weil sich die Teams nicht nur aneinander, sondern auch an die neue Spielweise gewöhnen müssen. Aber ich bin gespannt, wie sich die Regeln langfristig in der DEL auswirken werden.

Der nächste Gegner der Adler: Iserlohn Roosters

17. September 2014

Die Serie gegen den EHC Red Bull München sei das Geilste gewesen, was Manager Karsten Mende bislang bei den Iserlohn Roosters erlebt habe. Obwohl bereits im Viertelfinale gegen die Hamburg Freezers Endstation war, fiel das Fazit nach der Saison 2013/2014 im Sauerland durchweg positiv aus. Zur Erinnerung: Nach einem starken Saisonstart fielen die Roosters in ein tiefes Loch. Über Wochen dümpelte die Mannschaft im Tabellenkeller herum, ehe der Club die Reißleine zog und sich von Cheftrainer Doug Mason trennte. Sein Nachfolger Jari Pasanen, der unter Mason als Assistenztrainer arbeitete, verpasste den Roosters ein neues Gesicht und impfte der Mannschaft das absolute Sieger-Gen ein. Das Ende der Geschichte ist bekannt.


Alle Bemühungen, möglichst viele Spieler aus der Erfolgsmannschaft zu behalten und somit eine hohe personelle Fluktuation zu verhindern, gingen schief. Insgesamt elf Akteure, darunter einige Leistungsträger, verließen den Club. Besonders schwer wiegt natürlich der Abgang von Torjäger Michael Wolf. Der Nationalspieler zählte nicht nur zu den Erfolgsgaranten in der Offensive, er war auch Kapitän und Identifikationsfigur der Sauerländer. Wichtige Offensivkräfte wie Chris Connolly und Marty Sertich konnten ebenfalls nicht gehalten werden. Dafür verpflichteten die Roosters unter anderem Nick Petersen aus Schwenningen, Boris Blank aus Krefeld und Derek Whitmore.

Ebenfalls schwer wiegt die Verletzung von Torhüter-Neuzugang Daniar Dshunussow. Der Ex-Wolfsburger erlitt im Sommer einen Bandscheibenvorfall und musste nach nur drei Trainingseinheiten am Seilersee operiert werden. Da Dshunussow voraussichtlich bis mindestens November/Dezember ausfallen wird, verpflichteten die Roosters Thomas Ower, der zuletzt in der DEL2 für Bad Nauheim das Tor hütete.

In der Defensive verließ mit Robert Raymond der offensivstärkste Verteidiger den Club. Um diese hinterlassene Lücke zu schließen, sicherten sich die Iserlohner unter anderem die Dienste von Ryan Button und Jonas Liwing. Letzterer gilt als cleverer und technisch starker Verteidiger, der dem Aufbauspiel der Roosters die nötigen Impulse geben soll.

An der Zielsetzung hat sich im Vergleich zur vergangenen Spielzeit nichts geändert. Das Team von Jari Pasanen möchte auch in dieser Saison wieder ein Wörtchen im Kampf um die Playoff-Qualifikation mitreden. Sollte es dem Trainer gelingen, die elf Neuzugänge zu integrieren, dürfte das angepeilte Saisonziel durchaus realisierbar sein.

Facts:
Die Roosters sind nur eines von vier DEL-Teams, gegen die die Adler weniger als die Hälfte ihrer Spiele gewonnen haben (nur 27 Siege in 56 Spielen) … Iserlohns nach München abgewanderter Stürmer Michael Wolf ist auch der beste Scorer gegen die Adler in der DEL in den letzten zehn Jahren (25 Tore, 15 Assists in 36 Spielen) … die Roosters haben drei der letzten sechs Partien in Mannheim gewonnen

Adler Mannheim – Iserlohn Roosters
Freitag, 19.9.2014, 19:30 Uhr
SAP Arena, Mannheim

Die Partie wird live im Webradio unter http://www.regenbogen.de/content/html/shared/webradio/index.html?id=1 übertragen.


Nachgefragt bei Christoph Ullmann

16. September 2014

Adler-Stürmer Christoph Ullmann hat am vergangenen Freitag sein erstes DEL-Spiel nach über einem halben Jahr bestritten. Mit seinem Treffer zum 5:2-Endstand gegen den ERC Ingolstadt trug sich der 31-jährige Center auch gleich in die Torschützenliste ein und feierte somit ein beeindruckendes Comeback. Der gebürtige Altöttinger strotzt derzeit nur so vor Selbstbewusstsein und freut sich auf seine neunte Saison im Adler-Trikot. Wir haben den sympathischen Stürmer nach dem Dienstagstraining getroffen und mit ihm über den Saisonauftakt, das neue System und die bevorstehenden Aufgaben gesprochen.


Christoph, du hast am Freitag dein erstes DEL-Spiel nach über einem halben Jahr bestritten und auch gleich dein erstes Saisontor geschossen. Das muss ein tolles Gefühl gewesen sein. Hast du dir dein Comeback so vorgestellt?

Es war für mich ein wahnsinnig tolles Gefühl, um 19:25 Uhr im Tunnel stehen zu dürfen und mit der Mannschaft aufs Eis zu laufen. Da hat es wirklich gekribbelt. Ich habe mich natürlich sehr über meinen ersten Saisontreffer gefreut und sicherlich gibt so ein Tor auch das nötige Selbstvertrauen für die nächsten Spiele. Aber in erster Linie war es wichtig, dass wir gewonnen haben.

Mit einem 5:2 habt ihr den amtierenden Meister wieder auf die Heimreise geschickt. Wie würdest du die Begegnung im Nachhinein zusammenfassen?

Wir sind bereits mit sehr viel Energie aus der Kabine gekommen und haben dann schnell das erste Tor geschossen. Zudem waren wir auch in Überzahl erfolgreich, was für uns sehr wichtig war, da wir intensiv daran arbeiten. Ingolstadt ist zweimal wieder zurückgekommen, aber wir haben nicht aufgesteckt und sind wachsam und ruhig geblieben. Wir wussten, dass Ingolstadt hinten aufmachen muss, um sich vorne Chancen zu erarbeiten und da haben wir unsere Konter genutzt und zweimal eiskalt zugeschlagen.

Mit viel Selbstvertrauen ging es dann nach Krefeld. Das Resultat war sicherlich enttäuschend. Habt ihr euch durch zu viele Strafzeiten selbst um die Punkte gebracht oder was waren deiner Meinung nach die Gründe für die 2:5-Niederlage?

In Krefeld lief es genau anders herum. Dort sind wir früh in Rückstand geraten und haben es dann zweimal in doppelter Überzahl nicht geschafft, etwas Zählbares auf die Anzeigetafel zu bringen. Die Pinguine haben uns dann zweimal ausgekontert und die Tore geschossen. Wir waren mit 0:2 hinten und haben in der letzten Minute des zweiten Drittels noch das 0:3 kassiert. Ein Drei-Tore-Rückstand in den letzten 20 Minuten aufzuholen, ist sehr schwer. Wir haben heute im Training das Spiel noch einmal gründlich analysiert und werden am kommenden Wochenende die Chance nutzen, mit zwei Heimspielen das Ganze wieder wettzumachen.

Die Mannschaft ist mit sieben Neuzugängen verstärkt worden und die ersten beiden Spiele sind absolviert. Wie ist denn derzeit die Stimmung innerhalb des Teams?

Die Stimmung ist sehr gut und wir lassen uns auch von einer Niederlage nicht unterkriegen. Wir haben uns heute Morgen noch einmal einige Szenen vom Sonntag angeschaut und das Spiel im Anschluss sofort abgehakt. Es ist wichtig, dass wir gemeinsam nach vorne schauen und eine positive Stimmung erzeugen, um nicht mit hängenden Köpfen herumzulaufen. Wir arbeiten hart, aber wir haben auch Spaß dabei, denn jeder weiß: Wer mit Spaß zur Arbeit geht, arbeitet auch besser.

Die Adler spielen in dieser Saison ein deutlich aggressiveres und schnelleres Eishockey als in den Jahren zuvor. Was zeichnet dieses System aus? Wie kommst du damit zurecht?

Das neue System ist eigentlich einfach zu beschreiben: Wir wollen viele kurze Pässe spielen, um die Scheibe unter Kontrolle zu behalten. Wenn wir nicht den langen, sondern den einfachen kurzen Pass suchen, dann kontrollieren wir nicht nur den Puck, sondern auch das Spiel und das Tempo. Sind wir nicht im Scheibenbesitz, wollen wir den Gegner früh unter Druck setzen und ihm alle Anspielstationen nehmen, um schnellstmöglich wieder in Scheibenbesitz zu kommen. Mir persönlich kommt dieses System sehr zugute, weil ich ein sehr laufintensiver Spieler bin.

Am kommenden Wochenende stehen zwei Heimspiele gegen Iserlohn und Wolfsburg auf dem Programm. Die Roosters sind mit vier und die Wolfsburger mit sechs Punkten in die Saison gestartet. Wie schätzt du beide Teams ein?

Es erwarten uns mit Sicherheit zwei intensive und vor allem spannende Spiele. Wir haben auch letztes Jahr ziemlich früh in der Saison gegen Iserlohn gespielt und sie sind damals schon sehr gut aus den Startlöchern gekommen. Die Iserlohner werden sicherlich sehr hungrig sein und mit viel Elan zur Sache gehen. Ich denke, wenn wir als Team geschlossen auftreten und unser System nahezu fehlerfrei umsetzen, haben wir in beiden Spielen eine gute Chance zu gewinnen. Der Fokus liegt jetzt erst einmal auf dem Spiel am Freitag und danach beschäftigen wir uns mit dem nächsten Gegner.


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