09.10.2018

Der A-Man

Der A-Man

Wenn es sie gibt, eine nordisch-kühle Gelassenheit – Jan-Axel Alavaara besitzt sie. Der neue Manager der Adler Mannheim sitzt an einem Freitag Anfang Juli im Konferenzraum der SAP Arena und wartet geduldig auf seinen Gesprächstermin mit uns. Äußerlich ruhig, innerlich wahrscheinlich noch ruhiger. Sofern möglich. Ein leichtes verschmitztes Lächeln auf den Lippen. 20 Minuten würden wir etwa brauchen, versichern wir ihm vorab. Alavaara nimmt es mit einem leichten Nicken zur Kenntnis. Dass es am Ende mehr als doppelt so lange dauern wird, tangiert ihn nicht einmal peripher – trotz vollem Terminkalender.

In der Recherche zu Alavaara sind wir auf ein Interview mit den Wolfsburger Kollegen gestoßen. In der VW-Stadt haben sie dem Schweden den Spitznamen „The A-Man“ verpasst. Was bei dem Namen Jan-Axel Alavaara naheliegend ist. Ob er heute auch noch „The A-Man“ genannt wird, wollen wir wissen. Er verneint. Das sei eine Wolfsburger Sache. Aber er kann die Beweggründe für seinen Beinamen nachvollziehen. Trocken fügt er an: „Meine Tochter heißt Anna.“ Lustig. Anna Alavaara. Wenn, dann rufen ihn die Leute „X“. Von Axel. Denn so will der 43-Jährige gerufen werden.

Viel hat der in Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens, geborene Familienvater in Sachen Eishockey erlebt. Lange Jahre stand der ehemalige Verteidiger für Modo in der SHL auf dem Eis. Später für Frölunda. Über Kloten führt sein Weg 2008 für drei Jahre zu den Grizzlys. Nach einer letzten Saison in Skelleftea und 26 Einsätzen für Linz beendet Alavaara 2012 seine aktive Karriere. Im Anschluss wird er Co-Trainer im Nachwuchs von Modo, ein Jahr danach bei der ersten Mannschaft. 2016 sucht sich Alavaara eine neue Herausforderung und scoutet fortan für die Buffalo Sabres. „Das meiste davon hat sich einfach so ergeben. Wirkliche Lebensträume hatte ich bisher selten“, nimmt es Alavaara, der in seiner Freizeit gerne jagen geht, wie es kommt. Mit einer nordischen Gelassenheit eben.

Auf das Positive besinnen

Es ist aber nicht nur diese angenehme Gelassenheit, die Alavaara ausstrahlt. Es schwingt noch etwas anderes mit. „Positivität. Ich versuche immer, allem etwas Positives abzugewinnen. Jedem Tag, jeder Situation, jedem Menschen. Selbst aus Fehlern kann man lernen. Deswegen darf bei mir auch jeder Fehler machen.“ Alavaara meint das genauso, wie er es sagt. Diese Einstellung ist seine Maxime. Das wird im Verlauf unseres Gesprächs noch mehrere Male deutlich. „Man muss sich auf die Positiven Sachen konzentrieren und auf ihnen aufbauen. Wenn Menschen Bestätigung erfahren, weil sie etwas gut oder richtig gemacht haben, spornt sie das an, mehr Sachen richtig zu machen. So können sich Menschen weiterentwickeln.“

Klar, dass sich Alavaaras Grundsätze auch in seiner Spielerauswahl widerspiegeln. „Für eine erfolgreiche Mannschaft brauchst du die richtigen Charaktere. Es braucht eine ‚Team first‘-Mentalität“, sucht er in erster Linie Spieler, die die richtige Einstellung mitbringen. Alles andere passiert anschließend bei der Arbeit mit den Coaches im Club. „Dazu braucht es die richtigen Trainer und die richtigen Personen in der Organisation. Wir alle sind uns einig, dass es wichtig ist, läuferisch stark aufzutreten. Du musst 60 Minuten laufen können, schnell sein. Dann musst du deinen Gegenspieler auch nicht haken oder halten. Ein läuferisch starkes Team, in dem jeder für den anderen alles gibt. Das ist unser Schlüssel zum Erfolg.“

Den gesamten Bericht über unseren neuen Manager sowie jede Menge weitere Hintergrundberichte, Statistiken und alles zu unseren Nachwuchsmannschaften können Sie im diesjährigen Adler-Guide nachlesen.