Saison 2018/19

Finished

Saison 2018/19

Finished – in weißer Farbe stehen die acht Buchstaben auf blau-rotem Hintergrund. Links ist der DEL-Pokal abgebildet, rechts das alte MERC-Logo. Es ist das Transparent, das mit einem Wort so viel mehr aussagt. Es ist das Transparent, das mit dem erlösenden Tor von Adler-Verteidiger Thomas Larkin in der Verlängerung im Oberrang des Stehplatzbereichs der SAP Arena ausgerollt wurde. Es ist das Transparent, das das Ende einer Reise verkündet. Einer Reise, die genau genommen im Dezember 2017 begann.

Daniel Hopp musste eine schwere Entscheidung treffen. Nach einer sportlich schwierigen Phase trennte sich der Adler-Geschäftsführer vor rund 16 Monaten von der Sportlichen Leitung. Es war der Beginn einer Neuausrichtung. Einer tiefgreifenden Neuausrichtung. In den folgenden Wochen wurde an einem grundlegend neuen System, einer neuen Philosophie, einem neuen Selbstbild gearbeitet. Eine der zentralen Fragen war jene, wie man künftig kontinuierlich und langfristig Erfolg haben kann. Mit Jan-Axel Alavaara wurde ein neuer Manager eingestellt, der erstmals in dieser Position fungiert. Mit Pavel Gross übernahm ein ehemaliger Mannheimer Meisterspieler den Posten des Cheftrainers. Mit Mike Pellegrims und Pertti Hasanen bekam er zwei erfahrene Männer zur Seite.

In Sachen Personalverpflichtungen beschritt man ebenfalls einen neuen Weg. Die Adler öffneten sich in Richtung des skandinavischen Markts. So kamen beispielsweise die beiden Finnen Tommi Huhtala und Joonas Lehtivuori. Dazu gelang es mit Ben Smith einen aktuellen Calder-Cup-Sieger unter Vertrag zu nehmen. Bei der Auswahl der Neuzugänge achtete Alavaara zudem penibel auf den Charakter. Team-first- und Gewinnermentalität lauten die Stichworte. Schnell setzte sich im Sommer 2018 das Bild der neuen Mannschaft zusammen. Parallel war spürbar, wie sich in Mannheim langsam, aber sicher eine Euphorie breitmachte. Die Fans, Freunde und Sponsoren der Adler brannten darauf, das neue Team unter der neuen Leitung spielen zu sehen. Schon in den acht (!) Spielen der Vorbereitung war das laufintensive, geradlinige und offensive System von Gross klar erkennbar.

Vom Start weg

Der Start in die DEL-Spielzeit 2018/19 verlief dann auch deutlich weniger holprig als nach einem derart großen Umbruch vielerorts erwartet wurde. Von 18 möglichen Zählern holten die Adler im September 14, gingen dabei nie ohne Zähler vom Eis. Mannheim musste sich erstmals am Sonntag, den 07. Oktober, nach 60 Minuten geschlagen geben. Dabei hätten die Kurpfälzer das Gastspiel in Berlin keineswegs verlieren müssen. Ganz im Gegenteil. Die Blicke richteten sich auf die nächsten Auftritte des Teams. Wie würden sich die Adler zurückmelden? Antwort: eindrucksvoll, mit neun Siegen am Stück. Allesamt mit der vollen Punktzahl. Erst am 18. November gingen die Mannen von Coach Gross wieder als Verlierer vom Eis. Trotz 3:0-Führung unterlagen sie in Ingolstadt letztlich mit 3:4 nach Verlängerung.

Ab Ende November erlebten die Adler mit vier Niederlagen in Serie ihre größte Durststrecke der gesamten Saison. Doch beim amtierenden Meister aus München gelang der Befreiungsschlag. Beim 1:0-Erfolg nach Penaltyschießen wurde auf dem Eis von beiden Teams großes Eishockey zelebriert. Mannheim nutzte den Schwung, gewann 13 der folgenden 15 Partien, darunter der klare 7:2-Sieg gegen Ingolstadt und der 7:0-Erfolg in Berlin. Die Adler dominierten die Liga. Die im Oktober erklommene Spitzenposition wurde nicht mehr abgegeben. Auch wenn München das Rennen bis fast zum Schluss eng und spannend hielt, ließen sich die Kurpfälzer nicht aus der Ruhe bringen.

Dem Zufall keine Chance

Längst war das System von Pavel Gross in Fleisch und Blut übergegangen. Dennoch wurde das Trainerteam nicht müde zu betonen, dass es immer noch Punkte gab, in denen es sich zu verbessern galt. Akribisch arbeiteten die Coaches jedes Spiel auf, analysierten Stärken und Schwächen bis ins kleinste Detail. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Vom Betreuerteam über die Physiologen, die Ärzte bis hin zu den Athletiktrainern arbeiteten alle Hand in Hand und perfekt aufeinander abgestimmt. In intensiven und voll durchgetakteten Trainingseinheiten auf dem Eis und im Kraftraum stand stets das eigene Spiel im Vordergrund. Die Spielweise des Gegners machte bei der Vorbereitung nur wenige Prozent aus.

Erste Auszeichnungen

Der Plan ging auf. Mit 116 Zählern stellten die Adler letztlich einen neuen Hauptrundenrekord in der DEL auf, die Qualifikation für die Champions Hockey League 2019/20 war damit ebenfalls geschafft. Nur je viermal blieb man zu Hause und auswärts ohne Punkt. Das Torhüter-Duo Dennis Endras und Chet Pickard reihte sich beim Gegentorschnitt unter den Top Vier ein. Zudem erzielte keine Mannschaft mehr Tore als die Adler (194) und kein Team stand defensiv stabiler (117 Gegentore). Mit 22,33 Prozent Erfolgsquote im Powerplay stellten die Adler den Bestwert nach 52 Partien. Die 85,85 Prozent in Unterzahl bedeuteten ligaweit Rang drei. Bemerkenswert war auch, dass Verteidiger Mark Katic ohne eine einzige Strafe auskam. Einzigartig. Zwar fand sich mit Chad Kolarik der Topscorer der Adler mit 48 Scorerpunkten im DEL-Ranking „nur“ auf Rang zwölf wieder. Letztlich war dies aber nur ein Zeichen für die Ausgeglichenheit des Mannheimer Kaders.

Selbstredend sorgte das mitreißende und erfolgreiche Eishockey auch auf den Rängen für Begeisterung. Fast 300.000 Zuschauer besuchten die 26 Heimspiele. Im Schnitt kamen 11.422 Besucher pro Partie. Platz drei im Ligavergleich. Die Fans feierten ihre Adler. Ausgelassen und berechtigt. Egal, welchem Hindernis oder Problem, welcher Herausforderung sich die Adler 2018/19 auch konfrontiert sahen, stets wurde eine Antwort gefunden. Folgerichtig wurde Mannheim bei der DEL-Gala Anfang März mit einigen Auszeichnungen bedacht. So erhielt Joonas Lehtivuori den Titel „Verteidiger des Jahres“, während der zu diesem Zeitpunkt noch 17-jährige Moritz Seider zum „Rookie des Jahres“ gewählt wurde. In der Fair-Play-Wertung mussten sich die Adler lediglich der Düsseldorfer EG geschlagen geben.

Fortsetzung in den Playoffs

Während in der ersten Märzwoche die erste Playoff-Runde ausgetragen wurde, konnten die Adler ein wenig verschnaufen. Am 10. März stand mit Nürnberg schließlich der Viertelfinalgegner fest. Die Franken blieben über weite Strecken der Hauptrunde hinter den Erwartungen zurück. Dennoch machten es die Ice Tigers den Adlern nicht einfach. Zwar ging Spiel eins mit 7:2 klar an den Hauptrundenprimus, doch von Begegnung zu Begegnung wurden die Nürnberger unangenehmer. Dennoch fuhr Mannheim die vier nötigen Siege nach fünf Spielen ein. Über eine Woche später sollte erst der Auftakt ins Halbfinale folgen. Wieder war warten angesagt. Der Gegner, die Kölner Haie, waren dagegen voll im Spielrhythmus, ging die Viertelfinalserie des ewigen Rivalen aus der Domstadt gegen Ingolstadt doch über die volle Distanz von sieben Partien.

Doch die Adler bewiesen abermals, dass sie auf den Punkt bereit sind. Glatt in vier Spielen zogen die Blau-Weiß-Roten ins Finale ein. Nur drei Gegentore ließ Endras in den Vergleichen mit den Haien zu und feierte zwei Shutouts. Was am Dienstag, den 02. April, begann, fand genau eine Woche später schon wieder sein Ende. Und wieder hieß es warten. München und Augsburg bekämpften sich in engen Matches bis aufs Äußerste. Erst am 16. April in Spiel sieben gelang den Red Bulls der entscheidende Sieg. Damit war es perfekt, das von vielen vorhergesagte und teils auch erhoffte große Finale zwischen Mannheim und München, dem Hauptrundensieger gegen den Tabellenzweiten, der mit vielen Ambitionen gestartete und runderneuerte Club gegen den amtierenden Meister – ein Schwergewichtsduell auf Augenhöhe.

Die frühe Erlösung

Die Finalserie bot von der ersten Minute an hochklassiges Eishockey. Zwar mussten sich die Adler im ersten Spiel nach Verlängerung knapp geschlagen geben, doch erneut zeigte Mannheim die passende Reaktion. Zum dritten Mal in dieser Saison gewannen die Adler in der bayerischen Landeshauptstadt. Beim 3:0 blieb Dennis Endras erneut ohne ein Gegentor. Spiel Nummer drei hätte zwei Tage später aus Adler-Sicht gar nicht besser starten können. Denn bereits nach fünf Sekunden erzielte Matthias Plachta das 1:0. Ligarekord. Am Ende siegten die Adler mit 4:1 und drehten am Ostermontag die Serie erstmals zu ihren Gunsten. Erneut nur zwei Tage später stand Spiel vier in München auf dem Programm. Mit drei schnellen Treffern binnen 126 Sekunden stellten die Adler zu Beginn des zweiten Drittels die Weichen auf Sieg. Mit dem 4:0-Erfolg sicherten sich die Adler drei Matchbälle für den ersten Titelgewinn nach 2015. Abermals ließ sich Dennis Endras nicht bezwingen, feierte den vierten Shutout in den Playoffs und zog mit Rekordhalter Boris Rousson gleich.

Am Freitag, den 26. April, stand Spiel fünf in der Mannheimer SAP Arena an und die Adler waren einen Sieg von der achten Meisterschaft der Clubgeschichte entfernt. Trotz der Bedeutung dieser Partie starteten die Mannheimer offensiv. Mit seinem ersten Saisontor brachte Marcel Goc die Hausherren in Führung. Cody Lampl und Matthias Plachta erhöhten bis zur 24. Minute auf 3:0. Das 1:3 der Münchner durch Trevor Parkes beantwortete Tommi Huhtala zur Halbzeit des Spiels mit dem 4:1. Die Adler sahen wie der sichere Sieger aus. Doch München biss, kämpfte und kam rund zwölf Minuten vor der Schlusssirene durch Yasin Ehliz zum Ausgleich. Das Match ging in die Verlängerung. Der nächste Treffer sollte über Meisterschaft oder ein weiteres Spiel entscheiden. Und dann kam er, dieser Moment: Thomas Larkin war an den rechten Bullykreis gefahren, bekam den Puck von Garrett Festerling und traf trocken zum 5:4. Der Mann mit der Rückennummer 37 traf nach 73:37 Minuten zum siebten DEL-Titel.

Es war das perfekte Ende einer perfekten Saison. Zumal sich Dennis Endras den Titel des Playoff-MVP sicherte. Der Jubel auf dem Eis und auf den Rängen kannte keine Grenzen. Bis zum frühen Morgen des folgenden Samstags wurde gefeiert, getanzt, gelacht. Zum Stadt-Empfang am Sonntag tauchten zahllose Adler-Fans den Paradeplatz in ein blau-weiß-rotes Farbenmeer. Die Meisterfeier am Abend in der SAP Arena setzte dem ganzen einen würdigen Schlusspunkt.

Just Finished.

 

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