11.06.2026

Beschleunigen, Abbremsen und Richtungswechsel

Beschleunigen, Abbremsen und Richtungswechsel

Während sich auf der Anlage des Mannheimer Hockeyclubs die ersten Sonnenstrahlen des Tages durch die Wolken kämpfen, herrscht auf dem Feld bereits reges Treiben. Nach einigen Wochen individueller Vorbereitung ist ein Großteil unserer Mannschaft zurück in Mannheim und feierte an diesem Donnerstag den Auftakt ins Sommertraining. Die neue Saison mag zwar noch einige Wochen entfernt sein, doch die Grundlagen für die kommende Spielzeit werden bereits jetzt gelegt.

Während an drei Tagen pro Woche im Kraftraum gearbeitet wird, stehen an zwei Tagen Outdoor-Einheiten auf dem Programm. Dort dreht sich vieles um Beschleunigung, kontrollierte Abstoppbewegungen und Richtungswechsel – Bewegungsmuster, die im Eishockey eine entscheidende Rolle spielen. „Wir arbeiten aktuell sowohl an der linearen als auch an der multidirektionalen Geschwindigkeit“, gibt Athletiktrainer Anton Blessing einen Einblick in das derzeitige Trainingsgeschehen. „Bei der multidirektionalen Geschwindigkeit stehen vor allem Beschleunigungs- und Abstoppbewegungen im Vordergrund. Bei der linearen Geschwindigkeit geht es hingegen um längere Läufe, bei denen die Spieler einen bestimmten Prozentsatz ihrer maximalen Geschwindigkeit erreichen sollen“, erklärt der Athletiktrainer die Unterschiede.

Doch die Einheiten dienen nicht nur der Leistungssteigerung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verletzungsprävention. „Natürlich kann man nicht jede Verletzung verhindern, aber wir können die Wahrscheinlichkeit reduzieren“, sagt Blessing und führt weiter aus: „Es geht dabei nicht nur um die Muskulatur, sondern auch um die Belastbarkeit von Bändern, Knochen und Knorpeln. Je besser die körperlichen Voraussetzungen sind, desto besser ist ein Spieler auf die Belastungen einer langen Saison vorbereitet.“ 

Spaß bleibt nicht aus

Da sich die Spieler auf unterschiedlichen Fitnessniveaus befinden, gehen die Athletiktrainer die ersten gemeinsamen Einheiten bewusst dosiert an. Einige Akteure haben bereits Sprint- und Richtungswechseltraining absolviert, andere steigen erst jetzt wieder vollständig ins Mannschaftstraining ein. Ziel ist es daher, alle Spieler schrittweise an die Belastung heranzuführen und gleichzeitig die Grundlagen für die kommenden Wochen zu legen. 

Nach dem Pflichtprogramm wartet auf die Jungs häufig noch eine zusätzliche Einheit, die vor allem durch ihren Spaßfaktor für zusätzliche Motivation sorgt. In dieser Woche stand beispielsweise Tennis auf dem Trainingsplan. Die Sportart sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern beinhaltet gleichzeitig viele Bewegungsformen, die auch für das Eishockey relevant sind: schnelle Antritte, abruptes Abstoppen und permanente Richtungswechsel. An anderen Tagen wird auch Fußball gespielt, um Wettkampfcharakter, Teamgeist und Spaß miteinander zu verbinden. „Der Spaßfaktor soll natürlich dabei sein“, betont Blessing. „Am Ende sind es Leistungssportler, aber sie sind auch Menschen. Solche Einheiten bringen Abwechslung in die Vorbereitung und fördern gleichzeitig wichtige Bewegungsmuster.“

Grundlagen schaffen. Leistungsfähigkeit steigern. Spaß haben. Die Sommervorbereitung ist nicht immer angenehm. Sie fordert Disziplin, kostet Kraft und sorgt für den einen oder anderen Schweißtropfen. Doch genau in diesen Wochen wird der Grundstein gelegt, damit jeder Spieler im Laufe der Saison sein maximales Leistungspotenzial ausschöpfen kann. Und deshalb stehen Beschleunigen, Abbremsen und Richtungswechsel auch in den kommenden Wochen auf der Tagesordnung.