Gegnercheck: ZSC Lions
Die ZSC Lions gehören zu den erfolgreichsten und traditionsreichsten Adressen im Schweizer Eishockey. 1930 als Zürcher Schlittschuh-Club gegründet, feierte der ZSC bereits sechs Jahre später seine erste Meisterschaft. Einen entscheidenden Einschnitt in der Clubgeschichte stellte 1997 die Fusion mit der Eishockey-Sektion des Grasshopper Clubs Zürich dar. Inzwischen führt die Lions-Organisation zwölf nationale Meisterschaften in ihrem Palmarès, sieben davon wurden seit der Jahrtausendwende eingefahren. Auch international hinterließen die Zürcher ihre Spuren. 2009 und 2025 gewannen sie die Champions Hockey League, zudem holten sie 2009 gegen die Chicago Blackhawks den Victoria Cup.
Ihre Heimspiele tragen die Lions seit Oktober 2022 in der Swiss Life Arena im Zürcher Stadtteil Altstetten aus. Nach 72 Jahren im Hallenstadion bezog der ZSC damit erstmals eine eigene Spielstätte. 12.000 Zuschauer finden im modernen „Löwenkäfig“ Platz, dessen steile und nah an der Eisfläche beginnende Ränge für eine entsprechend dichte Atmosphäre sorgen. Sportlich konnte der Umzug ebenfalls schnell veredelt werden. 2024 und 2025 feierten die Zürcher zwei Meisterschaften in Folge, in der Saison 2024/25 gelang mit dem nationalen Titel und dem Triumph in der Champions Hockey League sogar das Double.
Zur neuen Spielzeit erfolgte nun ein Wechsel hinter der Bande. Auf Marco Bayer, der inzwischen bei Genève-Servette tätig ist, folgte Claude Julien. Der 66-jährige Kanadier bringt einen beeindruckenden Lebenslauf mit nach Zürich. Mehr als 1.000 NHL-Partien absolvierte Julien als Cheftrainer, führte 2011 die Boston Bruins zum Stanley-Cup-Triumph. Darüber hinaus arbeitete er unter anderem für die Montréal Canadiens sowie zuletzt die St. Louis Blues und feierte auch mit der kanadischen Nationalmannschaft zahlreiche Erfolge. Unterstützt wird Julien unter anderem vom neuen Assistenztrainer René Matte, der nach neun Jahren beim HC Ambrì-Piotta nach Zürich wechselte.
Offensive Qualität
Im Tor bleibt der Tscheche Simon Hrubec die klare Nummer eins. Der 35-Jährige war bereits bei den beiden Meisterschaften sowie dem CHL-Triumph ein wichtiger Rückhalt. Als zweiter Torhüter steht Robin Zumbühl im Kader. Die Defensive der Schweizer bleibt nahezu unverändert. Dean Kukan, Mikko Lehtonen, Christian Marti, Yannick Weber und Kapitän Patrick Geering bilden weiterhin den Kern, mit Tim Berni wurde die Abwehr zusätzlich verstärkt. Dario Trutmann und Daniil Ustinkov haben Zürich dagegen verlassen.
Die größten Änderungen gibt es hingegen im Angriff. Vom HC Davos wechselte mit Simon Knak ein Schweizer Nationalspieler zum ZSC. Für mehr Torausbeute soll zudem auch Malte Strömwall sorgen. Der Schwede kommt von den Rapperswil-Jona Lakers und verbuchte dort seit seinem Wechsel in die Schweiz konstant starke Offensivwerte. Ergänzt werden die beiden durch Joshua Fahrni von den SCL Tigers sowie die bisherigen hauseigenen Nachwuchstalente vom GCK Kimo Gruber und Endo Meier. Altmeister Sven Andrighetto und Denis
Topscorer gehalten
Malgin waren in der vergangenen Hauptrunde mit jeweils 41 Punkten die erfolgreichsten Zürcher Scorer. Dahinter folgten Jesper Frödén, Derek Grant und Rudolfs Balcers. Sämtliche fünf Angreifer stürmen genauso wie Juho Lammikko, Willy Riedi, Justin Sigrist, Nicolas Baechler und Chris Baltisberger auch in der kommenden Spielzeit für Zürich. Demgegenüber stehen einige Abgänge. Unter anderem verließen Denis Hollenstein, Daniel Olsson, Harrison Schreiber und Alessandro Segafredo den Club, während Vinzenz Rohrer seine Karriere in Nordamerika fortsetzt.
In der Vorbereitung auf die neue Spielzeit präsentierte sich der letztjährige Halbfinalist bislang wechselhaft. Zum Auftakt wurde der Vergleich mit dem eigenen Nachwuchsteam GCK Lions deutlich mit 9:0 gewonnen. Beim Bodensee Cup folgte dann eine 0:2-Niederlage gegen den HC Lugano, ehe sich Zürich durch einen 5:3-Erfolg gegen die Schwenninger Wild Wings den dritten Platz bei diesem Turnier sicherte. Im Anschluss an das Duell gegen unsere Adler warten noch zwei weitere Testspiele auf die Schweizer. Zunächst geht es erneut gegen Schwenningen, ehe mit der Partie gegen den SC Bern die Generalprobe vor dem Saisonstart stattfindet.