Ein Blick auf Europa: Tappara Tampere
Die Vorrunde der Champions Hockey League ist abgeschlossen, die Paarungen für das Achtelfinale stehen fest: Als Tabellenachter treffen unsere Adler in der ersten K.o.-Runde auf den Tabellennachbarn Tappara Tampere. In unserer Rubrik „Ein Blick auf Europa“ nehmen wir unseren nächsten Gegner in der europäischen Königsklasse etwas genauer unter die Lupe.
21 nationale Meisterschaften, ein Triumph in der Champions Hockey League und zahlreiche weitere Erfolge: Wenn es um die besten Eishockeyclubs Europas geht, führt kaum ein Weg an Tappara Tampere vorbei. Dabei ist der Club längst nicht der einzige Grund, weshalb die rund 260.000 Einwohner zählende Stadt im Süden Finnlands als eine der Eishockeyhochburgen des Kontinents gilt. Mit Ilves ist hier ein weiterer traditionsreicher Verein beheimatet, mit dem sich Tappara seit Jahrzehnten packende Stadtderbys liefert.
Doch auch abseits des Eises hat Tampere einiges zu bieten. Zwischen den beiden Seen Näsijärvi und Pyhäjärvi gelegen, ist die Stadt für ihre historischen Industriegebäude aus rotem Backstein und die Stromschnellen des Tammerkoski bekannt. Seit 2018 trägt Tampere zudem den Titel „Saunahauptstadt der Welt“. Die Region verfügt über besonders viele öffentliche Saunen, darunter auch die älteste noch betriebene öffentliche Sauna Finnlands.
Erfolgreiche Vergangenheit
Der Eishockeysport blickt in Tampere auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1932 wurde der heutige Club unter dem Namen Tammerfors Bollklubb gegründet. 1955 folgte die Umbenennung in Tappara, was übersetzt so viel wie „Streitaxt“ bedeutet und sich bis heute im Vereinslogo widerspiegelt. Die erste finnische Meisterschaft feierte der Club bereits 1953. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die insbesondere zwischen Mitte der 1970er- und Ende der 1980er-Jahre zahlreiche weitere Titel hervorbrachte.
Auch in der jüngeren Vergangenheit gab es für die Blau-Orange-Weißen einige Gründe zum Jubeln. Nach drei Meisterschaften in Folge zwischen 2022 und 2024 sicherte sich Tappara in der abgelaufenen Saison den insgesamt 21. Titel in der heimischen Liiga. Dabei traf der Rekordmeister im Finale auf einen Gegner, der unseren Adlern ebenfalls bestens bekannt ist: KooKoo Kouvola. In einer hart umkämpften Serie, in der Tappara zwischenzeitlich zweimal in Rückstand geriet, fiel die Entscheidung erst im siebten Spiel. Vor heimischer Kulisse behielt der spätere Meister mit 2:1 die Oberhand.
Viertes Aufeinandertreffen
Nicht minder erfolgreich waren die Finnen in der europäischen Königsklasse. Nachdem sich Tappara 2022 im CHL-Finale noch Rögle BK geschlagen geben musste, gelang nur ein Jahr später der große Wurf. Durch einen 3:2-Erfolg über Luleå Hockey krönten sich die Südwestfinnen erstmals zum europäischen Champion.
Das diesjährige Achtelfinale ist allerdings nicht das erste Aufeinandertreffen beider Vereine. In der CHL-Saison 2016/17 setzten sich unsere Adler zunächst vor heimischer Kulisse mit 4:1 gegen Tappara durch. Das Rückspiel in Finnland ging dagegen mit 1:2 verloren. Sieben Jahre später kam es zum bislang letzten Duell. Im September 2023 unterlag Mannheim dem damaligen Titelverteidiger der Champions Hockey League ebenfalls mit 1:2, diesmal allerdings erst im Penaltyschießen.
Alte Bekannte
Nicht nur sportlich, sondern auch personell gibt es einige Verbindungen zwischen Tappara und unseren Adlern. Allen voran Jyrki Jokipakka. Der finnische Verteidiger wechselte 2023 ausgerechnet von Tapparas Stadtrivalen Ilves nach Mannheim. Nach zwei Spielzeiten im Adler-Trikot zog es den inzwischen 35-Jährigen zurück in seine Heimatstadt, wo er sich Tappara anschloss. Erst Anfang Oktober verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis 2029. Auch weitere ehemalige Adler haben eine Vergangenheit in Tampere. So wurde unser früherer Angreifer Tommi Huhtala in der Stadt geboren und durchlief die Nachwuchsabteilung von Ilves. Jan-Mikael Järvinen, der in der Saison 2019/20 für unsere Adler auflief, trug zuvor sogar das Trikot beider Vereine aus Tampere. Und auch der ehemalige Adler-Torhüter Ilpo Kauhanen stand von 1994 bis 1998 für Tappara zwischen den Pfosten.
Ihre Heimspiele tragen die Finnen in der hochmodernen Nokia Arena aus. Die 2021 eröffnete Mehrzweckhalle bietet bei Eishockeyspielen 12.700 Zuschauern Platz und zählt damit zu den größten Spielstätten der finnischen Liiga. Die Arena, in deren oberen Etagen auch ein Hotel untergebracht ist, dient jedoch nicht nur den beiden Stadtclubs als Heimspielstätte, sondern war bereits Austragungsort von Eishockey-Weltmeisterschaften und Schauplatz der NHL Global Series.
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