Gegnercheck: HC Davos
Spricht man im europäischen Eishockeysport von Tradition, liegt die Erwähnung eines Clubs sehr nahe: der Hockey Club Davos. In seiner heutigen Form bereits 1921 gegründet, ist der HCD inzwischen über ein Jahrhundert alt. Nicht viel jünger ist sein renommiertes Einladungsturnier, der Spengler Cup, der seit 1923 in der rund 1.500 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Gemeinde ausgetragen wird. Über 11.000 Einwohner verteilen sich auf die sechs Ortsteile Dorf, Platz, Frauenkirche, Glaris, Monstein und Wiesen.
Dass die Spielstätte des HC Davos, die VAT Arena, mit einem Fassungsvermögen von rund 6.500 Zuschauern mehr als der halben Einwohnerschaft Platz bietet, unterstreicht den Stellenwert, den Eishockey im Luftkurort genießt. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an der Stelle, an der noch heute die Arena steht, die erste offene Eispiste für den HC Davos erstellt. Aus der Natureisbahn wurde 1960 eine Kunsteisbahn, nachdem im Vorjahr das letzte Finalspiel aufgrund Eismangels in Zürich gespielt werden musste. 1979 wurde im zweiten Anlauf eine Überdachung realisiert, während in den Folgejahren die seitlichen Wände eingezogen wurden. Schrittweise konnten Anfang der 2000er Jahre beziehungsweise nochmals jüngst von 2018 bis 2021 Umbau- und Sanierungsarbeiten durchgeführt werden.
Dass sich Eishockey in Davos großer Beliebtheit erfreut, geht aber auch mit den zahlreichen Erfolgen des HCD einher. 1926 erstmals Meister, holten die Blau-Gelben inzwischen insgesamt 31 nationale Titel – Rekord. Von 1969 bis 1978 gehörte Davos allerdings zeitweise auch der zweitklassigen Nationalliga B an und auch zu Beginn der 80er Jahre ging es vordergründig nur um den Klassenerhalt. Finanzielle Schwierigkeiten Ende desselben Jahrzehnts und sogar der Abstieg bis in die Drittklassigkeit gehören ebenso zur bewegten Geschichte des HCD, ehe Ex-Adlertrainer Lance Nethery Davos Anfang der 90er zurück in die erste Liga führte.
Rekordmeister
Bis zum nächsten Meistertitel sollte es aber bis 2002 dauern. Im Lockout-Jahr 2005 verhalfen unter anderem NHL-Größen wie Joe Thornton und Rick Nash sowie Youngster-Torhüter Jonas Hiller zu einem weiteren Titelgewinn. Die Liste an prominenten Eishockeyspielern, die das Trikot des HCD getragen haben, lässt sich aber noch weiter verlängern. Loui Eriksson, Andres Ambühl, Niklas Hagman, Mark Streit und viele international bekannte Größen standen und stehen mit Davos in Verbindung. Mit Arno Del Curto hatte Davos von 1996 bis 2019 zudem über 22 Jahre hinweg denselben Cheftrainer. Darüber hinaus lassen sich beispielsweise mit Ex-Adler Jan Alston, der beim HCD seit 2021 als Manager fungiert, oder dem ehemalige NHL-Spieler Josh Holden, der 2023 das Traineramt übernahm und vergangene Saison das Team zur Vizemeisterschaft führte, weitere bekannte Namen anführen.
Der amtierende Schweizer Vizemeister verfügt somit wenig überraschend auch zur neuen Saison über einen stark anmutenden Kader. Das Torhütergespann aus Sandro Aeschlimann und Luca Hollenstein kann sich zweifelsfrei sehen lassen, in der Verteidigung wurde der erfahren Schweizer Kern um Sven Jung und Nico Gross gehalten, außerdem kehrt Dominik Egli nach zwei Jahren in Frölunda zurück nach Graubünden. Auch der spielstarke Lukas Fricke trägt weiter das HCD-Trikot. Dazu komplettieren der Schwede Calle Andersson, Neuzugang Frédéric Allard aus Kanada sowie die Youngster Tim Minder und Guus Van der Kaaij die Defensive.
Wenig Fluktuation
Auch im Angriff gab es nur wenig Veränderung. Zwar verließ der tschechische Topscorer Matej Stransky den Club Richtung Pardubice, sein Landsmann Filip Zadina, mit 25 Toren und 26 Treffern zweibester Punktesammler, wurde jedoch gehalten. Auch die Schweden Rasmus Asplund (13 Tore, 29 Vorlagen) und Simon Ryfers (15 Tore, 30 Vorlagen) sowie der Kanadier Adam Tembelini (22 Treffer, 22 Assists) greifen in dieser Spielzeit für den HCD an. Dazu kommt ebenfalls ein gestandener Kern an Schweizer Spielern wie Enzo Corvi, Tino Kessler, Yannick Frehner und Valentin Nussbaumer. Ergänzt wird der Angriff von Rückkehrer und Neu-Kapitän Ken Jäger aus Lausanne, Harrison Schreiber aus Zürich sowie dem erst 18-jährigen Talent Lars Steiner, der jüngst von St. Louis gedraftet wurde.
Im Anschluss an die erste Trainingswoche bestritt der HC Davos vergangenen Freitag sein erstes Testspiel gegen den EHC Arosa, gewann den Vergleich gegen das Team aus der zweiten Schweizer Liga klar mit 6:2. Die Partie gegen unsere Adler ist demnach das zweite von insgesamt vier Vorbereitungsduellen, ehe auch Davos am 04. September in die Champions Hockey League startet.
Der Veranstalter überträgt die Partie unserer Jungs gegen Davos kostenlos auf RED+. Außerdem werden wir wie gewohnt tickern und euch über unsere Social-Media-Kanäle auf dem Laufenden halten. Auch das Webradio ist wieder mit am Start.