Gegnercheck: Moser Medical Graz99ers
1999 gegründet, gehören die Moser Medical Graz99ers seit über zwei Jahrzehnten zur höchsten österreichischen Eishockeyliga. Den größten Erfolg ihrer bisherigen Vereinsgeschichte feierten die Steirer allerdings erst vor wenigen Monaten. Nach Jahren des Wartens krönten sich die 99ers in der vergangenen Saison erstmals zum Meister der win2day ICE Hockey League.
Dabei war der Titelgewinn keineswegs ein Zufallsprodukt. Die Hauptrunde schlossen die Grazer auf dem ersten Tabellenplatz ab, ehe die Mannschaft makellose Playoffs absolvierte und sich mit drei Sweeps, also jeweils 4:0-Siegen in den jeweiligen Serien, zum Meister krönte. Im Viertelfinale gegen Villach durchgesetzt, im Halbfinale Hydro Fehérvár AV19 ausgeschaltet und schließlich auch die Finalserie gegen den HC Pustertal für sich entschieden – so lautete der Weg zum Meistertitel, den sich die Mannschaft mit einem 6:2-Erfolg schließlich in Bruneck sicherte.
Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte Cheftrainer Dan Lacroix. Der Kanadier übernahm das Team erst während der vergangenen Saison im November und führte es wenige Monate später zur Meisterschaft. Zuvor sammelte der inzwischen 57-Jährige unter anderem als Assistenztrainer bei verschiedenen NHL-Clubs reichlich Erfahrung und stand auch bereits in der PENNY DEL für die Kölner Haie an der Bande. Nach dem Titelgewinn verlängerte Lacroix seinen Vertrag in Graz um ein weiteres Jahr. Unterstützung erhält er inzwischen unter anderem von Darryl Williams, der Anfang August als neuer Assistenztrainer verpflichtet wurde.
Verlässliches Torhüterduo
Zwischen den Pfosten setzen die 99ers weiterhin auf Bewährtes. Maxime Lagacé, der vor der vergangenen Saison aus Schweden nach Graz gewechselt war, bleibt dem Meister ebenfalls erhalten. Sportdirektor Philipp Pinter bezeichnete den Kanadier nach dessen Vertragsverlängerung als wichtigen Baustein des Kaders. Neben Lagacé steht mit Nicolas Wieser ein verlässlicher Backup zur Verfügung. Dies stellte der Schlussmann unter Beweis, als sich Lagacé im Halbfinale gegen Hydro Fehérvár AV19 verletzte, woraufhin Wieser übernahm und das Team zum Meistertitel führte.
Deutlich größere Veränderungen gab es dagegen in der Defensive. Mit dem ehemaligen Adler und Grazer Meisterkapitän Korbinian Holzer beendete eine der zentralen Führungspersönlichkeiten seine aktive Karriere. Der 38-Jährige bleibt dem Club allerdings als Development Coach erhalten. Auch Nick Bailen, Anders Koch und Kasper Kotkansalo verließen die Steiermark. Entsprechend reagierten die Verantwortlichen auf dem Transfermarkt. Österreichs Nationalverteidiger David Maier kam vom KAC und unterschrieb einen Dreijahresvertrag, während mit Clay Hanus ein offensivstarker US-Verteidiger verpflichtet wurde. Zuletzt komplettierte der norwegische Nationalspieler Ole Julian Bjørgvik-Holm, der bereits 128 AHL-Partien für die Cleveland Monsters absolviert hat, die neu formierte Grazer Defensive.
Wenig Rotation im Angriff
Im Angriff steht hingegen Kontinuität im Vordergrund. Mit Kevin Roy, Josh Currie, Kevin Conley und Chris Collins hält Graz große Teile seiner offensiven Achse zusammen. Gerade Currie gehörte im Meisterjahr mit 21 Treffern und 48 Scorerpunkten zu den Leistungsträgern, während Conley nach seiner Verpflichtung im Februar vor allem in den Playoffs mit sieben Toren und zwölf Punkten überzeugte. Auch Nick Swaney, Paul Huber, Manuel Ganahl, Marcus Vela und Routinier Michael Schiechl stehen weiterhin im Aufgebot. Ergänzt wurde der österreichische Kern unter anderem durch den 22-jährigen Jonas Dobnig vom HC Innsbruck. Einen gewichtigen Abgang mussten die 99ers dennoch verkraften. Lukas Haudum machte Anfang Juni von einer Ausstiegsklausel Gebrauch und verließ den Club in Richtung finnische Liiga.
Wie bereits im vergangenen Jahr verbringt auch der österreichische Meister einen Teil seiner Vorbereitung in Kitzbühel. Die beiden Tests gegen unsere Adler am heutigen Donnerstag (13. August um 17.00 Uhr) und Sonntag (16. August um 14.00 Uhr) werden vom Veranstalter über einen kostenpflichtigen Livestream übertragen. Die Berichterstattung beginnt zehn Minuten vor Spielbeginn und kostet acht Euro. Aufgrund dieses Angebots können wir leider keine clubeigene Übertragung anbieten. Wie gewohnt tickern wir und halten euch über unsere Social-Media-Kanäle stets auf dem Laufenden. Das Webradio setzt in dieser Woche noch aus.