Poirier: „Früh alles auf eine Karte gesetzt“

Mit der Verpflichtung von Jérémie Poirier Anfang Juli hatten unsere Adler ihre Kaderplanung für die kommende Spielzeit abgeschlossen. Der 24-jährige Kanadier stand zuletzt für die Texas Stars in der American Hockey League auf dem Eis und soll nun die Defensive der Adler verstärken. Im Interview spricht der Verteidiger über seine ersten Eindrücke von Mannheim, seine Anfänge im Eishockey, die Bedeutung seines Nachnamens und die Rückkehr zu seiner bevorzugten Rückennummer 54.

Jérémie, du bist zwar erst seit ein paar Tagen hier in Mannheim, aber welches Bild hast du bislang von der Stadt gewonnen?

Es ist sehr schön hier und zugleich ziemlich anders als das, was ich aus meiner Heimat in Québec gewohnt bin. Die Menschen sind großartig, und ich habe hier bereits eine Menge Spaß.

Als Kanadier bekommt man den Eishockeyschläger praktisch in die Wiege gelegt. Wie waren deine Anfänge in diesem Sport?

Das ist richtig. (lacht) Ich spiele nämlich auch seit meinem zweiten Lebensjahr Eishockey, hatte also eigentlich schon immer einen Schläger in der Hand. Dabei habe ich nicht nur auf dem Eis gespielt, sondern war auch auf Inlineskates auf der Straße vor unserem Haus unterwegs. Dieser Sport ist mir seit meiner Kindheit vertraut.

Gab es dennoch auch einmal den Gedanken, beruflich etwas anderes zu machen, oder hast du von Beginn an alles auf eine Karte gesetzt?

Ich habe tatsächlich ziemlich früh alles auf diese eine Karte gesetzt. Für mich stand immer fest, dass ich Eishockeyspieler werden möchte. Ich habe mir stets gesagt, dass ich einen Weg finden werde, um dieses Ziel zu erreichen. Bislang hatte ich das große Glück, meinen Lebensunterhalt mit dem Sport verdienen zu können, den ich liebe. Das möchte ich natürlich so lange wie möglich machen.

Poirier scheint in Kanada ein weitverbreiteter Name zu sein. Schließlich hast du in der vergangenen Saison mit Rémi Poirier in Texas zusammengespielt. Hat der Name eine besondere Bedeutung?

Poirier ist das französische Wort für einen Birnbaum. Eine besondere Bedeutung steckt für mich persönlich nicht dahinter, aber das ist die Übersetzung meines Namens.

Hattest du vor deinem Wechsel Kontakt zu Spielern aus der aktuellen Mannschaft oder zu ehemaligen Adlern?

Mit Nick Cicek habe ich bereits in Calgary zusammengespielt. Deshalb habe ich mich vor meinem Wechsel mit ihm unterhalten. Zudem habe ich in der vergangenen Saison für einige Monate mit Arno Tiefensee zusammengewohnt, als wir beide in Texas spielten. Ich konnte mich vor meiner Abreise also mit zwei guten Freunden austauschen, was natürlich sehr hilfreich war.

Du sprichst Nick Cicek an. Hast du dich mit ihm auch darüber unterhalten, worauf es beim Wechsel von der AHL in die PENNY DEL ankommt?

Wenn Nick und ich miteinander sprechen, geht es nicht ausschließlich um Eishockey. Wir unterhalten uns eher darüber, wie es uns geht, was wir gerade machen und was ansonsten in unserem Leben passiert. Was den sportlichen Teil betrifft, ist die größere Eisfläche natürlich eine der auffälligsten Veränderungen. Dadurch hat man mehr Platz und teilweise auch mehr Zeit.

Du bist als dynamischer Verteidiger für deine läuferischen Fähigkeiten bekannt. Was zeichnet dich darüber hinaus auf dem Eis aus?

Ich versuche, einen guten ersten Pass zu spielen. Wir haben hier eine schnelle und spielstarke Gruppe von Stürmern. Deshalb möchte ich ihnen möglichst früh und präzise den Puck geben.

Du hast in deiner bisherigen Karriere bereits verschiedene Rückennummern getragen. Hast du keine feste Nummer oder war deine bevorzugte Nummer häufig schon vergeben?

Die 54 ist tatsächlich die Nummer, die ich am liebsten trage. Während meiner gesamten Juniorenzeit habe ich mit dieser Nummer gespielt. Als ich anschließend bei der Organisation der Calgary Flames Profi wurde, durfte man dort allerdings keine Nummer oberhalb der 50 auswählen. Als ich hier unterschrieben habe, konnte ich mir meine Nummer frei aussuchen. Deshalb freue ich mich sehr, nun wieder mit der 54 aufzulaufen.

In Kanada und den USA ist es üblich, deutlich mehr als 70 Spiele innerhalb einer Saison zu bestreiten. Auch in dieser Spielzeit könnten es mit DEL, CHL und dem Spengler Cup einige Partien werden. Bist du auf diese Belastung bereits gut vorbereitet?

Ich habe bereits während meiner Juniorenzeit in der QMJHL 68 Spiele pro Saison absolviert. Deshalb bin ich es gewohnt, viele Partien zu bestreiten. Dennoch wird es mit Sicherheit einige Abweichungen bei Abläufen wie den Reisen geben. Am Ende geht es aber darum, sich die nötige Zeit für die Anpassung zu nehmen, sich an den Führungsspielern innerhalb der Mannschaft zu orientieren. Grundsätzlich fühle ich mich bereit und freue mich darauf, wenn es losgeht.

Ein Sommer, in dem ein Wechsel ins Ausland ansteht, geht bekanntlich schnell vorbei. Wie hast du die Zeit dennoch genutzt, um deine Batterien aufzuladen?

Im Sommer kehre ich immer in meine Heimatstadt Valleyfield in Québec zurück, um bei den Menschen zu sein, die mir nahestehen. Somit habe ich viel Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie verbracht. Zudem war ich entweder mit dem Boot auf den Seen unterwegs, habe geangelt oder Gold gespielt.  

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