Ein Blick auf Europa: Skellefteå AIK
Drei Heimspiele, drei Auswärtsfahrten, sechs unterschiedliche Gegner: So lautet auch in diesem Jahr der Modus der Vorrunde in der Champions Hockey League. Für unsere Adler geht es dabei zuhause unter anderem gegen zwei schwedische Schwergewichte. Eines davon ist Skellefteå AIK. In unserer Rubrik „Ein Blick auf Europa“ schauen wir uns den amtierenden schwedischen Meister etwas genauer an.
Um zu verstehen, wie weit nördlich die schwedische Stadt Skellefteå liegt, hilft ein Blick auf die geografischen und meteorologischen Gegebenheiten: Im Sommer wird es nie richtig dunkel, im Winter ist die Sonne dagegen kaum zu sehen. Rund 15 Kilometer trennen die Stadt, die vom Fluss Skellefteälven durchzogen wird, von der Ostsee, der Polarkreis liegt nur etwa 200 Kilometer entfernt. Mit gut 36.000 Einwohnern zählt Skellefteå nicht zu den größten Städten Schwedens, hat sich aber längst als bedeutende Industriestadt mit einer besonderen Holzbaukultur etabliert. Ebenfalls eng verbunden ist Skellefteå mit dem Bergbau, weshalb die Stadt auch den Beinamen „Guldstaden“, also Goldstadt, trägt.
Der Eishockeysport ist in Skellefteå tief verwurzelt. Skellefteå AIK wurde 1921 gegründet und gehört seit der Rückkehr in die höchste schwedische Spielklasse zur Saison 2006/07 wieder dauerhaft zur nationalen Spitze. Zwischen 2011 und 2018 erreichte der Club siebenmal das schwedische Finale und wurde dabei 2013 und 2014 Meister. Danach folgte eine zehnjährige Durststrecke, an deren Ende der vierte nationale Triumph stand. In selbiger Meistersaison erreichten die Schwarz-Gelben auch das Finale der Champions Hockey League, mussten sich dort jedoch Genève-Servette knapp mit 2:3 geschlagen geben. Auch wenn sich die Schweden in jeder ihrer bisherigen CHL-Teilnahmen für die K.-o.-Runde qualifiziert haben, ist dies bis heute das beste Abschneiden der Vereinsgeschichte in diesem Wettbewerb. Doch trotz dieser Finalniederlage riss der Erfolg in den vergangenen Jahren auf nationaler Ebene nicht ab. Vor zwei Jahren erreichte Skellefteå das Halbfinale, scheiterte dort noch an Brynäs IF, ehe in der abgelaufenen Saison zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte der Le-Mat-Pokal gewonnen wurde. Mit 4:1 setzte sich Skellefteå in der Finalserie gegen Rögle BK durch.
Ein Wiedersehen und eine Premiere
Gerade Oscar Lindberg ist dabei das Gesicht des jüngsten Erfolgs. Der 34-Jährige stammt aus Skellefteå und bringt es in seiner Karriere auf 269 NHL-Spiele für New York, Las Vegas und Ottawa. Nach Stationen in der Schweiz und Russland kehrte der Angreifer in seine Heimat zurück und spielte in der abgelaufenen Spielzeit eine herausragende Saison. Mit 30 Toren und 37 Vorlagen erhielt er nach der Hauptrunde den Goldenen Helm und wurde auch in den Playoffs zum wertvollsten Spieler gekürt. Sein Trainer Daniel Hermansson, der gleich in seiner ersten Saison bei AIK den Meistertitel holte und zum Trainer der Saison gewählt wurde, sagte einst über seinen Schützling: „Oscar war unglaublich im Team. Er ist alles wert!“
Auch wenn unsere Adler bislang noch nicht mit dem schwedischen Vertreter die Schläger gekreuzt haben, gibt es dennoch einige Verbindungen zwischen beiden Clubs. Die prominenteste ist zweifellos Tom Kühnhackl. Der zweimalige Stanley-Cup-Sieger spielte von 2021 bis 2023 für Skellefteå, erreichte mit den Schweden 2023 die Finalserie und wechselte anschließend nach Mannheim. Für den Adler-Stürmer kommt es damit in der CHL zu einem Wiedersehen mit seinem Ex-Club. Und auch die beiden ehemaligen Adler Stefan Loibl und Mark Katic haben eine schwarz-gelbe Vergangenheit. Mit Mikkel Aagaard, 2019/20 in Wolfsburg, und Strauss Mann, 2024/25 in Augsburg, stehen zudem zwei weitere Spieler im aktuellen Kader der Schweden, die bereits in der PENNY DEL aktiv waren.
Schwergewicht in Europa
Ihre Heimspiele tragen die Nordschweden in der Skellefteå Kraft Arena aus. Die Halle wurde ursprünglich 1966 gebaut, später umfassend modernisiert und bietet aktuell 5.800 Zuschauern Platz. Getragen wird der Club von einer leidenschaftlichen Anhängerschaft. In der jüngsten Meistersaison fanden im Schnitt 5.306 Fans den Weg in die Arena. Für beste Stimmung sorgt vor jedem Heimspiel die vereinseigene Hymne „Platsen är här“, was übersetzt „Der Ort ist hier“ bedeutet.
Keine Frage, der Beiname „Goldstadt“ beschreibt ziemlich treffend das erfolgreiche, vielleicht sogar goldene Zeitalter des nördlichsten CHL-Teilnehmers der Saison 2026/27. Für unsere Jungs kommt es in der SAP Arena somit zum Duell gegen eines der stärksten Teams Europas – und für Tom Kühnhackl zu einem besonderen Wiedersehen mit seiner schwedischen Vergangenheit.
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