Teamcheck: Fischtown Pinguins Bremerhaven

Bei unserem jüngsten Viertelfinalgegner läuft seit Beginn der aktuellen Saison eine neue Zeitrechnung – die Zeit nach dem Karawanken-Express.  Dementsprechend waren die Verantwortlichen im Sommer zu verhältnismäßig großen Kaderumbauten gezwungen. Was genau sich bei unserem kommenden Gegner in den vergangenen Monaten verändert hat, beleuchten wir in unserem Teamcheck.

In der Regel gilt in Bremerhaven: Konstanz ist Trumpf. Jahr für Jahr nur wenig Veränderungen im Kader, Eingespieltheit und klare Rollenverteilung bilden die Stärken der Seestädter. Nach den Abgängen von Jan Urbas und Ziga Jeglic und damit dem Ende des Karawanken-Expresses, jene Offensivformation, die ergänzt durch Miha Verlic verlässlich punktete, musste Sportmanager Sebastian Furchner zwei neue Top-Stürmer finden und Cheftrainer Alex Sulzer neue Hierarchien schaffen.

Unter anderem Alex Broadhurst, ausgestattet mit reichlich Erfahrung aus der NHL und KHL, soll die entstandene Lücke schließen. Der 33-Jährige bestritt aufgrund einer Oberkörperverletzung bislang aber nur vier Partien. Stichwort Verletzungen: Die Pinguins hat es gleich mit Saisonbeginn schwer erwischt: Rayan Bettahar (noch mehrere Wochen), Maxim Rausch (Saisonende), Nino Kinder (noch mehrere Wochen), Roman Kechter und Neuzugang Lenny Boos (beide unbekannte Ausfallzeit) sowie Bennet Roßmy und Nico Krämmer (beide Saisonende) fehlen Bremerhaven aktuell. Dazu ist der Einsatz von Vladimir Eminger fraglich.

Verletzungspech

Schon vergangene Spielzeit war Fischtown stark verletzungsgebeutelt. Im Gegensatz zur Saison 2025/26 hat es aber zumindest Nummer-eins-Schlussmann Kristers Gudlevskis nicht erwischt. Der Routinier und zweimalige „PENNY DEL Torhüter des Jahres“ zeigt gewohnt stabile Leistungen und überzeugt mit einer Fangquote von 91,99 Prozent. Sein Backup Leon Hungerecker ist ebenfalls solide unterwegs und hält 90,91 Prozent aller Schüsse aus seinen Kasten.

Wie ebenfalls in der abgelaufenen Spielzeit gesehen, ergibt sich in Bremerhaven niemand seinem Schicksal. So sind es dieser Tage die etablierten Spieler, die sich voll ins Zeug legen und versuchen, den zahlreichen Verletzungen zu trotzen. Phillip Bruggisser ist mit sechs Toren und einer Vorlage Topscorer seines Teams. Mit Akito Hirose folgt ein Verteidiger-Kollege auf Rang zwei (zwei Tore, fünf Vorlagen). Christian Wejse, neuer Kapitän des Teams, steht mit einem Treffer und vier Assists auf Platz drei.

Solide Defensive

Die erwähnte Toranzahl macht aber auch ein Problemfeld der Pinguins deutlich: das Toreschießen. Erst 24-mal war der aktuelle Tabellenzehnte erfolgreich. Die torgefährlichsten Stürmer sind Max Görtz und Neuzugang Parker Tuomie mit jeweils drei Treffern. Andererseits stellen die Norddeutschen mit 31 Gegentoren ligaweit die viertsicherste Defensive. Ein Grund hierfür dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass in der Vereidigung nicht eine personelle Änderung vorgenommen wurde.

Aufgrund der zahlreichen langfristigen Verletzungen im Angriff haben die Pinguins jüngst zweimal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und den Ex-Nürnberger Eugen Alanov sowie Keean Washkurak, zuvor in Diensten der Belleville Senators, verpflichtet. Alanov trifft dabei mit Roman Kechter auf einen alten Bekannten, der ebenfalls zu dieser Saison aus Franken an die Nordsee gewechselt ist. Daneben sind mit Colt Conrad, Andy Miele, Verlic und C.J. Smith einige Akteure aus den vergangenen Jahren erhalten geblieben.

Mit fünf Siegen und sieben Niederlagen verlief der Saisonauftakt ergebnistechnisch zwar durchwachsen, zuletzt gelang nach zwei Niederlagen am Stück aber ein 6:2-Erfolg über Ingolstadt. Vor dem Duell mit unseren Adlern belegen die Pinguins mit 15 Punkten Rang zehn.

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