Teamcheck: Grizzlys Wolfsburg
Am morgigen Sonntag gastieren unsere Adler bei den Grizzlys Wolfsburg. Die Niedersachsen beendeten die vergangene Hauptrunde mit 73 Punkten auf dem achten Tabellenplatz und kamen anschließend nicht über die erste Playoff-Runde hinaus. Vor unserem Gastspiel in der Autostadt werfen wir einen Blick darauf, was sich bei den Grizzlys über den Sommer getan hat.
Tyler Haskins, selbst langjähriger Kapitän der Grizzlys, übernahm bereits im Februar das Amt des scheidenden Cheftrainers Mike Stewart. Haskins lief zwischen 2010 und 2018 für die Niedersachsen auf und wurde mit den Grizzlys dreimal Vizemeister. Nach seinem Karriereende arbeitete er zunächst als Scout und später als Assistenztrainer in Wolfsburg, ehe es ihn 2023 in die USHL zu den Chicago Steel zog. Nun geht der US-Amerikaner in seine erste volle Saison als Cheftrainer der Niedersachsen.
Zwischen den Pfosten setzt Wolfsburg derweil auf Kontinuität. Dustin Strahlmeier geht in seine mittlerweile siebte Saison bei den Autostädtern und war auch in der vergangenen Spielzeit die klare Nummer eins. In 42 Hauptrundenpartien kam der 34-Jährige auf eine Fangquote von 91,6 Prozent und einen Gegentorschnitt von 2,52. Auch Hannibal Weitzmann steht weiterhin im Kader. Komplettiert wird das Torhütertrio von Ennio Albrecht.
Neue Qualität für die Defensive
Größere Veränderungen gab es in der Verteidigung. Mit Ethan Prow und dem langjährigen Grizzly Björn Krupp verließen zwei erfahrene Kräfte den Club. Auch Jimmy Martinovic trägt nicht mehr das Trikot der Niedersachsen. Dafür verstärkten sich die Wolfsburger unter anderem mit Les Lancaster und Madison Bowey. Lancaster wechselte vom amtierenden Meister aus Berlin in die Autostadt und soll vor allem für zusätzliche offensive Akzente von der blauen Linie sorgen. Bowey kam von den Augsburger Panthern und bringt die Erfahrung aus insgesamt 142 NHL-Partien mit. 2018 gehörte der Kanadier zum Stanley-Cup-Kader der Washington Capitals. Ebenfalls neu im Team ist Tommy Pasanen, der aus Frankfurt nach Wolfsburg wechselte. Weiterhin zum Defensivverbund gehören außerdem Keaton Thompson, Janik Möser, Julian Melchiori und Fabio Pfohl. Mit Daniel Kettler verpflichteten die Grizzlys zudem einen jungen Verteidiger aus dem Nachwuchs unserer Adler. Der 19-Jährige läuft aktuell per Förderlizenz für die Hannover Scorpions auf.
Im Angriff haben die Grizzlys mit Matt White ihren punktbesten Spieler der vergangenen Hauptrunde ziehen lassen. Der US-Amerikaner führte die interne Scorerliste mit 45 Punkten in 51 Partien an. Auch Jimmy Lambert gehört nicht mehr zum Kader. Erhalten geblieben ist dagegen das Gerüst um Tyler Gaudet, Spencer Machacek und Bobby Lynch. Gaudet sammelte in der vergangenen Hauptrunde 43 Punkte, während Kapitän Machacek mit 19 Treffern der erfolgreichste Torschütze der Niedersachsen war.
Schmerzhafter Ausfall
Verstärkt wurde die Offensive unter anderem durch einen alten Bekannten. Tyler Morley kehrte nach drei Jahren in der Schweiz zurück nach Wolfsburg. Bereits in der Saison 2022/23 gehörte der Kanadier mit 45 Punkten in 49 Hauptrundenpartien zu den Leistungsträgern der Grizzlys. Neu im Team sind außerdem die Nachwuchsstürmer Dustin Willhöft und Til Raab, die genau wie Kettler das Nachwuchsprogramm unserer Jungadler durchliefen.
Einen herben Rückschlag mussten die Niedersachsen bereits während der Vorbereitung verkraften. Julian Chrobot zog sich beim Sachsenlotto-Cup in Dresden eine schwere Kreuzbandverletzung zu und wird den Grizzlys noch mehrere Monate fehlen. Der 25-Jährige hatte in der vergangenen Saison mit elf Toren und 14 Vorlagen in 55 Partien seine bislang beste DEL-Spielzeit absolviert und sich damit erstmals für die deutsche Nationalmannschaft empfohlen. Auf Chrobots langfristigen Ausfall reagierten die Verantwortlichen mit der Verpflichtung von Ross Mauermann. Der 35-Jährige spielte zuvor zehn Jahre für Bremerhaven und bringt entsprechend reichlich DEL-Erfahrung mit.
Erfolgreicher Start
Der Start in die neue PENNY DEL Saison ist den Niedersachsen gelungen. Zum Auftakt feierten die Grizzlys einen spektakulären 8:4-Auswärtssieg bei den Kölner Haien. Es folgte ein 4:3-Erfolg nach Verlängerung gegen München. Gegen Schwenningen musste sich Wolfsburg anschließend erstmals geschlagen geben, nahm beim 3:4 nach Verlängerung aber einen Punkt mit. Im Nord-Duell gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven gab es einen 3:2-Sieg. Die jüngste Partie in Augsburg ging jedoch mit 2:5 verloren.
Die Bilanz spricht derweil klar für unsere Adler. In bislang 91 Aufeinandertreffen entschieden die Mannheimer 57 Partien für sich. Gegen keinen anderen Club in der PENNY DEL mussten die Niedersachsen häufiger als Verlierer vom Eis als gegen unsere Adler.