Calce: „Nach wie vor unglaublich cool“
Unser Youngster Max Calce, mit drei Toren und einer Vorlage in die neue Spielzeit gestartet, zählt zu den größten deutschen Talenten seines Jahrgangs. Im Interview spricht der erst 17-Jährige über seinen familiären Rückhalt, seinen persönlichen Saisonstart und den anstehenden NHL-Draft im kommenden Jahr.
Max, du hattest nach deinem ersten Tor in der PENNY DEL im vergangenen Jahr gesagt, dass es sich nicht real angefühlt habe. Wie real fühlt es sich mittlerweile an, nachdem du einige Spiele und auch Tore weiter bist?
Bei den Toren und Vorlagen fühlt es sich tatsächlich immer noch etwas surreal an. Es ist nach wie vor unglaublich cool. An die Spiele und vor allem die großen Hallen gewöhnt man sich aber mit der Zeit. Mit jeder Partie wird es leichter, man versteht immer mehr und realisiert langsam, was gerade alles passiert.
Dein Stiefvater Luigi Calce ist Trainer der U20-Jungadler. Ist er für dich Vater, Trainer und Mentor zugleich?
Ja, so kann man es sagen. Abseits des Eises ist er natürlich in erster Linie mein Vater. Wenn es ums Eishockey geht, schauen wir uns aber auch gemeinsam Szenen aus meinen Spielen an. Wir sprechen darüber, was ich gut gemacht habe und was ich noch besser machen kann. Er gibt mir viele Tipps und sorgt gleichzeitig dafür, dass ich auf dem Boden bleibe.
Auch dein Bruder Danny spielt Eishockey. Allein seine Statistiken aus der zurückliegenden U15-Saison lesen sich vielversprechend. Schaut er sich viel von dir ab?
Ich denke, dass er sich seine Ratschläge vor allem von unserem Vater holt. Danny und ich sind nämlich unterschiedliche Spielertypen. Er ist eher ein Playmaker, der sehr clever auf dem Eis agiert und gute Spielzüge kreieren kann. Deshalb geht es vielmehr darum, woran jeder von uns individuell arbeiten und was verbessert werden kann.
Du selbst gehst parallel noch zur Schule und arbeitest auf deinen Schulabschluss hin. Wie bekommst du Schule und Profisport unter einen Hut?
Das ist alles sehr gut mit der Schule abgesprochen und entsprechend geregelt. Ich kann ohne Probleme an jedem Training teilnehmen. Wenn ich aufgrund des Eishockeys eine Arbeit verpasse, kann ich diese vor- oder nachschreiben. Dadurch lässt sich beides gut miteinander vereinbaren.
Du bist gut in die Saison gestartet und konntest bereits drei Tore sowie eine Vorlage verbuchen. Doch es ist nicht nur die Anzahl, sondern auch die Art und Weise, wie du punktest. Dein Treffer in Nürnberg und die Vorlage für Tom Kühnhackl gegen die Eisbären waren sehenswert. Woher nimmst du dieses Selbstvertrauen in deinem jungen Alter?
Ich denke, das kommt vor allem durch die Jungs hier in der Kabine. Sie helfen mir jeden Tag und sagen mir, dass ich einfach mein Spiel spielen und Spaß haben soll. Wenn mir dann ein guter Spielzug gelingt und ich merke, dass die Dinge funktionieren, kommt das Selbstvertrauen von ganz allein.
Bei den vergangenen Spielen waren stets mehrere Scouts anwesend. Anscheinend lässt du dich davon bislang nicht sonderlich beeindrucken, oder?
Ich versuche, die NHL erst einmal auszublenden, mich auf die aktuelle Saison zu konzentrieren und einfach für das Team zu spielen. Alles andere kann ich ohnehin nicht beeinflussen.
Im zurückliegenden Sommer wurdest du beim CHL Import Draft von den Brantford Bulldogs ausgewählt. Warum hast du dich trotzdem dazu entschieden, zunächst in Mannheim zu bleiben?
Weil ich hier die Chance habe, bereits auf Profi-Niveau zu spielen. Ich glaube, dass ich dadurch eine sehr gute Möglichkeit habe, mich weiterzuentwickeln und mich an das Männer-Eishockey zu gewöhnen.
Du bist gebürtiger Mannheimer und hast entsprechend auch das Nachwuchsprogramm der Jungadler durchlaufen. Daraus sind bereits einige prominente Spieler hervorgegangen. Was zeichnet die Nachwuchsarbeit der Jungadler für dich aus?
Die gesamte Organisation. Es wird unglaublich viel investiert, sowohl von den Trainern als auch von der Geschäftsstelle. Eigentlich fühlt es sich schon im Nachwuchs an wie bei den Profis. Besser kann man es sich als junger Spieler kaum vorstellen.