Gawanke: „Habe ich bislang noch nicht erlebt“
Drei Siege aus vier Spielen. Zwei von drei nationalen Meistern geschlagen. Platz sechs in der Tabelle. Unsere Jungs haben sich in den vergangenen zwei Wochen eine gute Ausgangslage für die beiden abschließenden Vorrundenspiele der Champions Hockey League Anfang und Mitte Oktober erarbeitet. Für einen besonders kuriosen Treffer sorgte Leon Gawanke, dessen Schuss in Fribourg durch das Tornetz flog. Im Interview blickt der Verteidiger jedoch nicht nur zurück, sondern gibt auch einen Ausblick auf den anstehenden Start in die PENNY DEL am Freitag.
Leon, neun von zwölf möglichen Punkten und Platz sechs in der Tabelle – dein Fazit nach vier Spielen in der CHL dürfte durchaus positiv ausfallen, oder?
Ja, ich glaube, dass wir mit unserem Start in die Champions Hockey League auf jeden Fall zufrieden sein können. Wir haben gezeigt, dass wir mit den Topteams in Europa mithalten und sie auch schlagen können. Daher sind wir bislang sehr glücklich.
Zuletzt konntet ihr mit Bordeaux und Fribourg zwei nationale Meister schlagen. Was haben diese beiden Erfolge noch einmal mit eurem Selbstvertrauen gemacht?
Generell gibt es dir vor dem PENNY DEL Start ein gutes Gefühl, ein paar Siege einzufahren. Es zeigt, dass wir im Sommer gut gearbeitet haben und schon früh in einer guten Form sind. Die beiden Partien waren teilweise wild, es ging hin und her. Daraus können wir einiges lernen. Dass wir schlussendlich beide nationalen Meister besiegen konnten, gibt uns natürlich großes Selbstvertrauen.
Während der Partien gab es auch Rückschläge, von denen ihr euch nicht habt beeinflussen lassen. Das zeugt von Resilienz. Welche Qualitäten zeichnen euch derzeit außerdem aus?
Mit Rückschlägen während eines Spiels muss man immer umgehen können, dafür sind wir alle Profis genug. Vor allem gegen Bordeaux haben wir uns trotz der Spielweise des Gegners und einiger äußerer Umstände nicht aus der Fassung bringen lassen. Das war letztlich entscheidend, um zurückzukommen und das Spiel zu drehen. Zudem verfügen wir auch in dieser Saison über eine große Tiefe im Kader. Schon im vergangenen Jahr hat man gesehen, wie sehr uns das hilft. Dieses Jahr haben wir meiner Meinung nach noch einmal an Qualität dazugewonnen.
Eine deiner persönlichen Qualitäten ist sicherlich dein harter Schuss. Das wurde auch bei deinem Treffer in Fribourg deutlich, als der Puck sogar durch das Tornetz flog. Ist dir so etwas schon einmal passiert und wie hast du die Situation erlebt?
So etwas habe ich tatsächlich bislang noch nicht erlebt. Ich hatte einen guten Blick auf die Scheibe und war mir sicher, dass der Puck drin war. Als ich dann noch sah, dass Marc Michaelis und unsere Bank bereits jubelten, fühlte ich mich bestätigt. Uns blieb aber nichts anderes übrig, als weiterzuspielen. Als wir nur Sekunden später ein weiteres Mal trafen, war das Rätselraten um den vorherigen Treffer ohnehin hinfällig.
Bei beiden Spielen wurdet ihr auch von einigen mitgereisten Fans unterstützt. Wie sehr habt ihr davon profitiert und hat euch das zusätzlich motiviert, ihnen mit den beiden Siegen etwas zurückzugeben?
Wenn man bedenkt, wie weit allein Bordeaux von Mannheim entfernt ist und was unsere Fans dafür auf sich nehmen, ist das schon überragend. Sie nehmen die ganzen Reisestrapazen und Kosten auf sich, um uns zu unterstützen. Ich glaube, jeder Einzelne von uns hat das sehr wertgeschätzt. Vor allem in Fribourg war es beeindruckend, wie laut sie waren und wie viele Leute tatsächlich gekommen sind. Natürlich wollen wir immer gewinnen, aber bei solchen Spielen ist es noch einmal eine zusätzliche Motivation, nach dem Spiel gemeinsam mit den Fans in der Kurve feiern zu können. Das ist uns gelungen und somit konnten wir ihnen etwas zurückgeben.
In der CHL geht es erst im Oktober weiter. Jetzt beginnt die PENNY DEL. Wie sehr freut ihr euch darauf, auch in der heimischen Liga wieder loszulegen?
Innerhalb der gesamten Mannschaft ist die Vorfreude riesig. Die Liga hat für uns natürlich auch höchste Priorität. Wir haben in der vergangenen Saison gesehen, wie viel Spaß es macht, wenn man hier in Mannheim erfolgreich ist und weit kommt. Daran wollen wir anknüpfen. Für uns fühlt es sich nach der Vorbereitung und den bisherigen CHL-Spielen fast schon so an, als wären wir mitten in der Saison. Jetzt warten mit München und Berlin direkt zwei interessante Spiele auf uns. Es kann losgehen, wir sind bereit.
Du sprichst das anspruchsvolle Auftaktprogramm mit München und Berlin an. Die Qualität eurer Gegner bleibt also sehr hoch. Kann das vielleicht sogar ein Vorteil sein?
Das ist sehr gut möglich, da wir aufgrund der bereits absolvierten Partien in einem guten Rhythmus sind. Es gibt natürlich noch Punkte, in denen wir uns verbessern können und an denen wir arbeiten müssen. Im Großen und Ganzen sind wir aber gut auf die ersten beiden schwierigen Partien am Wochenende vorbereitet.
Worin unterscheiden sich die beiden Teams deiner Einschätzung nach?
Ich glaube, dass sich München mit seinen Neuzugängen im Vergleich zur Vorsaison noch einmal verstärkt hat. Berlin dürfte nach den Spielen in der Champions Hockey League ebenfalls bereits im Rhythmus sein. Aber unabhängig davon sind die Duelle gegen die Berliner immer intensiv. So wird es sicherlich auch dieses Mal wieder sein.