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Ein Blick auf Europa: Boxers de Bordeaux

Drei Heimspiele, drei Auswärtsfahrten, sechs unterschiedliche Gegner: So lautet auch in diesem Jahr der Modus der Vorrunde in der Champions Hockey League. Für unsere Adler geht es dabei auswärts unter anderem in die französische Großstadt Bordeaux. In unserer Rubrik „Ein Blick auf Europa“ schauen wir uns den amtierenden französischen Meister etwas genauer an.

Zum allerersten Mal überhaupt treffen die Adler Mannheim auf die Boxers aus Bordeaux. Die Stadt im französischen Südwesten ist auch nicht unbedingt ein Standort, der unmittelbar mit Eishockey in Verbindung gebracht wird. Mit Wein, der französischen Küche, Kultur und Geschichte dafür umso mehr. Dabei könnte der Club von Mitbesitzer Patrick Roy in den kommenden Jahren durchaus eine gewichtigere Rolle spielen.

Politik, Wirtschaft, Wissenschaft – all diese Schlagworte vereint die unweit der Atlantikküste gelegene Universitätsstadt Bordeaux, die auch gerne als zweite Hauptstadt neben Paris bezeichnet wird. Knapp 270.000 Einwohner nennen die neuntgrößte Stadt Frankreichs im Département Gironde ihr Zuhause. Zahlreiche Museen sowie der Sitz des Erzbischofs und der historische Altstadtkern zählen zu den prägnanten Merkmalen der Stadt an der Garonne. Als regelmäßige Etappe der Tour de France ist neben Fußball vor allem der Radsport populär.

Zweiter Konkurs

Dass in diesem Zusammenhang Eishockey nicht in einer Reihe genannt wird, ist ehrlicherweise wenig verwunderlich. Mit dem Titel 2026 feierten die Boxers ihren ersten großen Erfolg. 1974 unter dem Namen Dogues de Bordeaux gegründet, gelang 1988 erstmals der Aufstieg in die erstklassige Ligue Magnus. In der Folge wurde der Club in den Sportverein Girondins de Bordeaux eingegliedert. 1991 aber zog sich Bordeaux aus finanziellen Gründen aus der ersten Liga zurück, konnte allerdings nur ein Jahr später direkt wieder die Zweitligameisterschaft gewinnen. Die wirtschaftliche Situation verschlechterte sich dennoch bis hin zum Konkurs, sodass ein Neuanfang unter dem Namen Aquitains de Bordeaux in Liga vier nötig wurde.  

In den folgenden Jahren kehrte Bordeaux sofort in Liga zwei zurück, wo 1995 wieder der ursprüngliche Name der Dogues angenommen und 1996 die Rückkehr in die Ligue Magnus gefeiert wurde. Ein zweiter Konkurs in der Spielzeit 1998/99 zwang die Dogues abermals in die viertklassige Division 3. Erst 2015 folgte der Wiederaufstieg in die erste Liga. Ihre Spiele tragen die Boxers in der rund 3.300 Zuschauer fassenden Multifunktionsarena Patinoire de Mériadeck aus, die 1981 eröffnet und 2004 modernisiert sowie erweitert wurde.

Hoher Altersschnitt

Seit der Saison 2023/24 gehört der frühere NHL-Torhüter Patrick Roy zu den Mitbesitzern des Clubs. Mit Spielern wie dem erfahrenen Verteidiger Jakub Kindl, mehrjähriger NHL-Profi und 2019/20 für Köln in der PENNY DEL aktiv, Schlussmann Alex Dubeau, in Deutschland noch aus seiner Zeit in Nürnberg bekannt, und Nick Pageau, von 2019 bis 2025 in der DEL2 in Freiburg unter Vertrag, gelang Mitte April im fünften Spiel gegen Grenoble schließlich die Meisterschaft.

Mit Jeremy Beaudry stand ein weiterer Akteur aus der Verteidigung im Kader, der bereits in Deutschland für Weißwasser auflief und zu den punktbesten Spielern seines Teams zählte. Auch der meisterschaftserfahrene Defender Maxim Lamarche hatte einen großen Anteil am jüngsten Erfolg. Insgesamt war Tommy Giroux mit insgesamt 56 Punkten aus 58 Partien der erfolgreichste Punktesammler. Dem 34-jährigen Kanadier gelang zudem das Kunststück, nur eine einzige Strafzeit zu kassieren. Auch seine Landsmänner Pierre-Olivier Morin, Mathie Pompei und Kapitän Loik Poudrier überzeugten bei der Punkteausbeute. Bester französischer Scorer wurde der 26-jährige Nationalspieler Baptiste Bruche mit insgesamt 18 Toren und 16 Vorlagen aus 57 Begegnungen.

Wie sich das Gesicht der Mannschaft von Meistertrainer Olivier Dimet zur neuen Saison genau verändern wird, wird sich zeigen, schließlich waren nur acht von insgesamt 23 Feldspielern unter 30 Jahre alt.

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