Poirier: „Aus dem Instinkt heraus“

Am vergangenen Wochenende gab unser neuer Verteidiger Jérémie Poirier sein Debüt im Adler-Trikot. In den beiden Testspielen gegen Graz konnte der 24-Jährige mit zwei Treffern auf sich aufmerksam machen, darunter ein besonders sehenswerter. Im Interview spricht der Kanadier über das zurückliegende Trainingslager, seinen starken Treffer, den beinahe geglückten Penalty-Kunstschuss und darüber, was er sich von den kommenden Spielen bei den Herisau Classics verspricht.

Jérémie, eine Woche Trainingslager liegt hinter euch. Wie war die Zeit in Kitzbühel?

Kitzbühel ist ein wunderschöner Ort, der viel zu bieten hat. Wir konnten dort intensiv an unserem Spiel arbeiten, hatten gleichzeitig aber auch eine Menge Spaß. Wir waren beispielsweise gemeinsam mit dem Fahrrad unterwegs und haben Golf gespielt. Insgesamt war es eine tolle Erfahrung und eine sehr schöne Zeit.

Ergebnisse spielen in der Vorbereitung bekanntlich eine untergeordnete Rolle. Welche wichtigen Erkenntnisse nehmt ihr vielmehr aus den beiden Testspielen gegen Graz mit?

Die zwei Spiele waren sehr gut für uns. Beide Begegnungen waren sehr umkämpft, ausgeglichen und haben viel Spaß gemacht. Für mich persönlich waren es zudem die ersten richtigen Spiele auf der größeren Eisfläche. Das war natürlich eine neue Erfahrung. 

In beiden Spielen hast du getroffen und deine Fähigkeiten bereits angedeutet. Mit deiner persönlichen Leistung dürftest du also zufrieden sein, oder?

Es war ein ordentlicher Start, aber nach zwei Vorbereitungsspielen kann man noch nicht wirklich zufrieden sein. Ich denke, dass sowohl ich persönlich als auch wir als Mannschaft unser Spiel noch auf ein höheres Niveau bringen können. Natürlich ist es trotzdem immer schön, Tore zu erzielen und direkt ein wenig in Fahrt zu kommen. Ich möchte das aber nicht überbewerten. Entscheidend ist, weiterhin jeden Tag hart zu arbeiten, gemeinsam Spaß zu haben und uns bestmöglich auf die nächsten Spiele vorzubereiten.

In Spiel eins ist dir aber definitiv ein sehr sehenswerter Treffer gelungen. Was ging dir in dieser Situation durch den Kopf?

Viele meiner Aktionen in der Offensive entstehen aus dem Instinkt heraus. Ich versuche, das zu erkennen, was sich vor mir entwickelt, und im richtigen Moment darauf zu reagieren. Ich denke, dass genau das eine meiner großen Stärken ist. Einen großen Anteil an diesem Treffer hat auch Maxi Heim, der die Situation zuvor stark vorbereitet hat. Anschließend bekam ich den Puck und habe einfach auf die Situation reagiert. Zum Glück ist der Puck dann auch reingegangen.

Fast wäre dir im Penaltyschießen noch ein weiteres spektakuläres Tor gelungen. Ist das Shootout eine Spezialität von dir?

Ob ich es als Spezialität bezeichnen würde, weiß ich nicht, aber ich schieße sehr gerne Penaltys. Es ist einer der wenigen Momente im Eishockey, in denen man dem Torhüter direkt im Eins-gegen-eins gegenübersteht. Das hat mir schon als Kind viel Spaß gemacht, weshalb ich Penaltys häufig trainiert habe und auch in meiner bisherigen Karriere immer wieder im Shootout angetreten bin. Gerade in einem Vorbereitungsspiel kann man auch einmal solche Dinge ausprobieren.

Bis zum Pflichtspielauftakt sind es noch gut zwei Wochen und drei ausstehende Testspiele. Was muss die Mannschaft bis dahin noch weiterentwickeln?

Wir sind bereits auf einem guten Weg, stehen aber noch am Anfang der Vorbereitung und haben entsprechend in allen Bereichen noch Entwicklungspotenzial. In dieser Woche werden wir sicherlich noch einmal verschiedene Elemente unseres Spielsystems aufgreifen. Bei den beiden Partien in der Schweiz haben wir die Möglichkeit, diese Dinge direkt unter Wettkampfbedingungen umzusetzen. 

Schauen wir noch auf die nächsten beiden Spiele gegen Davos und Kladno bei den Herisau Classics. Wie stellt ihr euch auf diese beiden Gegner ein?

Für mich ist es das erste Jahr in Europa, deshalb kenne ich diese Mannschaften bislang kaum. Sie spielen zudem nicht in unserer Liga, weshalb auch einige andere unserer Jungs noch nicht allzu viel Erfahrung mit ihnen haben. Für uns wird es daher vor allem darum gehen, auf unser eigenes Spiel zu schauen. Wir wollen unseren Plan umsetzen, auf die eigenen Stärken bauen und die beiden Begegnungen nutzen, um als Mannschaft weiter zu wachsen.

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